Sieger im Wettbewerb „Zukunft Innenstadt“ gekürt


Eine Schrägansicht des Siegerentwurfs. Farblich sind die neuen Gebäude abgebildet. Paralell zur Nordseite des Rathauses steht ein längliches Gebäude mit abschließender Markthalle im Kopf und verschiebt die Alte Heerstraße nach Norden.

Die Entscheidung der Jury im Ideenwettbewerb „Zukunft Innenstadt“ steht fest: Das Team der Architekten von „DeZwarteHond“ und der Landschaftsplaner von „urbanegestalt“ hat den besten Entwurf für die Neugestaltung der Kaarster Stadtmitte geliefert. Sie überzeugten die Jury mit einer klaren Dimensionierung der künftigen zentralen Plätze, einer mutigen Verlagerung der Alten Heerstraße und dem klaren Bekenntnis zur Grünen Achse. „Sie haben den richtigen Maßstab gefunden“, fasste der Juryvorsitzende Professor Peter Schmitz die Vorzüge des Entwurfs zusammen. Der Entwurf wird nun im nächsten Planungsausschuss vorgestellt. Danach schließt sich eine detaillierte Ausarbeitung des Entwurfs mit dem Gewinnerteam an. „Mein Ziel ist es, in gut einem Jahr mit der Ausschreibung der ersten Bausteine des Entwurfs zu beginnen“, sagt die Technische Beigeordnete der Stadt Kaarst, Sigrid Burkhart.

Am Vormittag hatte sich die Jury aus Fach- und Sachpreisrichtern intensiv mit den vier finalen Entwürfen der Planungsbüros beschäftigt. „Die Entscheidung war nicht einfach, aber am Ende doch deutlich“, sagt Sigrid Burkhart. 40.000 Euro Preisgeld erhält der Sieger, zudem kürte die Jury zwei dritte und einen vierten Platz. „Zwei Entwürfe lagen mit Abstand zum Sieger sehr eng beieinander. Deshalb hat die Jury keinen zweiten Platz vergeben“, so Burkhart.

Der Jury-Vorsitzende Professor Peter Schmitz lobte den Sieger vor allem für die Fassung der zentralen Plätze: „Der bisherige Neumarkt wirkt ein wenig ausufernd und randlos. Durch das neue Gebäude an der Nordseite des Rathauses wird eine klare Einfassung und Platzfolge geschaffen. Ich wünsche den Kaarstern nun viel Erfolg bei der Umsetzung. Das wird ein dickes Brett, was es zu bohren gilt. Aber ich bin zuversichtlich, dass dies gelingen kann.“

Die Technische Beigeordnete macht allerdings deutlich, dass die Umsetzung in Schritten erfolgen wird: „Dort, wo die Stadt im Eigentum ist, können wir modular den Entwurf umsetzen und die Impulse für das  gesamte Plangebiet geben. Dort, wo private Eigentümer eingebunden werden müssen, wird dies länger dauern.“ Insbesondere die Detailplanung und Ausschreibung des neuen Baukörpers soll nun vorangetrieben werden. Er wird den heutigen Verlauf der Alten Heerstraße brechen und nach Norden schieben. „Das ist eine mutige Idee, die für die Aufenthaltsqualität in der Mitte viel Potenzial bietet“, ist Burkhart überzeugt.

Das Gewinnerteam nahm die Entscheidung und die Glückwünsche am Mittag persönlich im Albert-Einstein-Forum entgegen. „Wir freuen uns riesig - vor allem auf das, was nun noch kommt“, sagte Johannes Böttger von „urbanegestalt“. Er betonte die vielen Details des Entwurfs, die der Mitte mehr Qualität geben sollen: „Wir haben mehr Bäume, Wasser und Spielplätze vorgesehen. Durch die neue Gebäudestruktur und die Belebung der Plätze können sich ganz viele verschiedene Nutzergruppen in der neuen Stadtmitte wiederfinden“

Bürgermeisterin Ursula Baum blickt optimistisch nach vorne: „Die Idee unserer neuen Stadtmitte steht – jetzt geht es an die Umsetzung. Dies wird uns weiterhin nur unter Einbindung aller Akteure gelingen. Ich möchte mich aber schon jetzt bei allen bedanken, die diesen Wettbewerb bis heute möglich gemacht haben.“
Anfang März war der Wettbewerb mit der Bürgerbeteiligung gestartet worden. In drei Foren näherten sich die Vorstellungen der Teilnehmer der Workshops, der Jury und der Planungsbüros immer weiter an. Moderiert wurden alle Veranstaltungen durch Jörg Faltin, der bereits beim Werkstattverfahren für die Neugestaltung des alten Ikea-Standortes als Moderator eingebunden war.