Wichtige Infos zur Grundwassersituation


  1. Weiterhin ist nicht klar, wie weit sich die Schmutzfahne im Grundwasser ausgedehnt hat. Rund 70 private Brunnen wurden vom Kreis getestet, in vier Brunnen wurden Belastungen jenseits der Grenzwerte festgestellt. Es handelt sich um leichtflüchtige halogenierten Kohlenwasserstoffe. Diese Proben sind jedoch nur eine Momentaufnahme und geben die unmittelbare Belastung im Moment der Probenentnahme wieder. Sie sind nach Aussage des Kreises nicht dazu geeignet, die Gesamtbelastung abzuleiten, oder eine verlässliche Aussage zur dauerhaften Belastung im jetzt auffälligen Gartenbrunnen zu treffen. Klar ist: Im Vergleich zum Frühjahr ist die Belastung noch weiter gewandert, der belastete Bereich hat sich vergrößert (siehe Karte, roter Bereich im Osten)
     
  2. Der Kreis will deshalb weitere Messstellen einrichten: In unmittelbarer Nähe des Kaarster Bahnhofs soll damit die Ursache durch eine Altlast bewiesen werden. An den Rändern des derzeit als belastet gekennzeichneten Bereichs will der Kreis die weitere Ausdehnung ermitteln. Erst danach wird der Kreis mögliche Sanierungspläne erarbeiten. Schon jetzt hat der Kreis allerdings deutlich gemacht, dass eine Sanierung der privaten Brunnen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geleistet werden kann. Der Verursacher der Altlast ist mittlerweile ermittelt. In einem ordnungsrechtlichen Verfahren will der Kreis entweder im Konsens, oder in einem gerichtlichen Verfahren die weiteren Maßnahmen an den Verursacher delegieren. 
     
  3. Aus Gründen der Vorsorge bleibt der Kreis bei seiner Empfehlung, das Brunnenwasser im bekannten Bereich nicht zur Wässerung von Nutzpflanzen zu verwenden. Der Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes machte zwar deutlich, dass die Belastung aller Wahrscheinlichkeit nach keine unmittelbare Gefahr für den Menschen darstellt. Dennoch will der Kreis von den Vorgaben des Landes in solchen Fällen nicht abweichen. Alle Kaarster Bürger haben unabhängig von der Situation in Holzbüttgen die Möglichkeit, Trinkwasser vergünstigt zur Gartenbewässerung einzusetzen. Ein geeichter Zähler ist dafür notwendig. Alle Infos dazu gibt es hier: https://bit.ly/2Lidm8E. Das Verfahren soll weiter vereinfacht werden, entsprechende Infos werden zeitnah auf unserer Homepage veröffentlicht.
     
  4. Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus machte deutlich, dass die bisherigen Schritte des Kreises aus städtischer Sicht unbefriedigend sind. Insbesondere die erneute Ausdehnung der Grundwasser-Verschmutzung sei besorgniserregend. Sie forderte vom Kreis daher sofortige Maßnahmen, die geeignet sind, eine weitere Ausdehnung zu verhindern.